Amok: Stiftung gegen Gewalt an Schulen

Amok: Stiftung gegen Gewalt an Schulen

Beitragvon b:sl am Do 19. Nov 2009, 12:42

Aus dem «Aktionsbündnis Amoklauf» der Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden wurde am 18.11.2009 die «Stiftung gegen Gewalt an Schulen» gegründet. Die offizielle Gründung in der Rechtsform selbständige kirchliche Stiftung wurde mit einem Gottesdienst in der St. Karl Borromäus Kirche gefeiert. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, langfristig aktiv zur Amokprävention an Schulen beizutragen. Mit den Stiftungsgeldern sollen unter anderem psychologisch betreute Notrufe für Eltern und Schüler sowie Fortbildungen für Lehrer finanziert werden.

So will die Stiftung Schulpsychologen finanzieren, die Lehrer im Umgang mit auffälligen Schülern rasch unterstützen können. Derzeit vergehen nach Angaben der Stiftung bis zu 15 Monate, bis es zu einem Gespräch zwischen einem auffälligen Schüler und einem Schulpsychologen kommt. Um Programme zur Gewaltprävention an Schulen zu entwickeln, soll ausserdem ein Wettbewerb für Schulklassen ausgelobt werden.
Mit Fortbildungsseminaren für Lehrer, der Gründung eines Expertenrates und einer Musterschule im Rems-Murr-Kreis will die Stiftung zudem dafür sorgen, dass drohende Gewalt früher erkannt wird. Dafür wird eine Mail-Adresse und eine Notrufnummer auf der Internetseite des Aktionsbündnisses eingerichtet.

Dieses Frühwarnsystem solle Jugendliche ermutigen, auffällige Veränderungen zu melden, sagte Hardy Schober, Vorsitzender der Stiftung und Vater einer getöteten Tochter. «Die Vermittlung von Werten und Empathie sollen im Vordergrund stehen», sagte er. Mithilfe von Diakonie, Gewaltexperten und anderen vorhandenen Strukturen soll ein Sicherheitsnetz geschaffen werden.

Hierfür will die Stiftung ein solides Fundament schaffen, um langfristig an die Opfer zu erinnern und ein positives Klima in den Schulen zu schaffen. In einem Jahr soll eine Million Euro an Spenden gesammelt werden. Waren die ersten Spenden, die als Grundstock für die Stiftung gedacht waren, eher spärlich geflossen, habe es laut Schober in den vergangenen Tagen einen Schub gegeben. «Jetzt haben wir die 100.000 Euro zusammen, die wir haben wollten.»


Mehr Informationen unter http://www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de
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