schreibt Dorothea Kübler, Professorin für Mikroökonomie an der Technischen Universität Berlin, in einem sehr lesenswerten Artikel im "WZBrief Bildung".
Bei der Reform des weiterführenden Schulzugangs sollte Berlin internationale Erfahrungen nutzen.
Zuordnungsprobleme wie das zwischen Schulen und Schülern in Berlin sind von Mathematikern und Ökonomen erforscht, und es gibt bereits eine Menge praktischer Erfahrungen.
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Inzwischen wird dieser Mechanismus bei vielen verwandten Zuordnungsproblemen verwendet, zum Beispiel bei der Vergabe von Plätzen an High Schools in New York, bei der Vergabe von Plätzen an Grundschulen in Boston, bei der Studienplatzvergabe in Hongkong sowie bei der Verteilung von Ärzten auf Stellen an Krankenhäusern in England und den USA.
Es kommt beim Auswahlverfahren auf die Details an. Ein zentrales Verfahren und eine größere Zahl möglicher Schülerwünsche sind entscheidend.
Auch wenn eine zentrale Lotterie auf den ersten Blick ungerechter erscheinen mag als Lotterien an jeder einzelnen Schule, hat sie große Vorteile. Bei dezentralen Lotterien kann es nämlich leicht vorkommen, dass sich am Ende eine ungünstige Zuordnung zwischen Schülern und Schulen ergibt.
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Aus diesen beiden Gründen sind möglichst lange Wunschlisten sinnvoll. In New York wurden die Listen vor ein paar Jahren deswegen von fünf auf zwölf mögliche Nennungen verlängert.
Losverfahren sind nicht per se ungerecht. Sie können benachteiligten Gruppen mehr Chancen bieten als die bisherige „Herkunftslotterie“.
Seit 1951 entscheidet die Bus- oder Bahnverbindung zwischen Wohnort und Schulen darüber,
wer Zugang zu den besonders begehrten Lernstätten bekommt. Schüler aus Gegenden, in denen es wenig gute Schulen gibt, sind durch die bisherige Regelung benachteiligt.
Und zwei weitere Lotterien bestimmen mit über den Bildungserfolg: die „Herkunfts-Lotterie“ aufgrund der Bedeutung der sozialen Herkunft und die „natürliche Lotterie“ der angeborenen Talente und Fähigkeiten.
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Wenn die Maßnahmen im Detail gut überlegt sind, lässt sich nicht nur auf dem Papier, sondern auch faktisch erreichen, dass der Zugang zu weiterführenden Schulen von der sozialen Herkunft der Schüler unabhängiger wird.
Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung092009_kuebler.pdf
